Über Yetis und Yaks, Pioniere und Achttausender

Gokyo Ri

“Hundert göttliche Zeitalter reichen nicht aus, um alle Wunder des Himalaya zu beschreiben”
Zitat aus den Puranas

 

Dieser Eintrag basiert auf Tagebuchnotizen von April 2013, als ich einen knappen Monat lang in den Bergen Nepals unterwegs war. Dabei folgte ich den Fußspuren der großen Himalaya-Pioniere aus den 1950er-Jahren wie Hillary, Tenzing und Shipton. In Shivalaya ging es los, über Lukla bis nach Namche Bazaar, über die drei Pässe Renjo La, Cho La und Kongma La, auf die Aussichtsgipfel Gokyo Ri und Chukung Ri, bis zum Basislager des Mount Everest.

Tag 1: 6.4.2013
Kathmandu – Shivalaya

Ich stehe um 5 Uhr auf und räume mein Zimmer im Freundschaftshaus. Die Sachen, die ich nicht auf den Trek mitnehme, verstaue ich unten. Dann nehme ich ein Taxi von Swayambhunath zum Ratna Bus Park. Gänsehautgefühl am Busbahnhof: Diese Stimmung früh morgens, typisch nepalesisches Chaos, brennender Müll, herumstreunende Straßenhunde, rufende Verkäufer und Händler, 1000 Busse. Ein Fest für alle Sinne.

Schon bei der Planung des Treks konnte ich keine verlässliche Angabe bezüglich der Fahrtdauer nach Shivalaya finden, als ich nun meine Sitznachbarn im Bus frage, wie lange die Fahrt denn dauert, antworten sie nur: “6 bis 12 Stunden”. Ist ja auch eigentlich egal, denke ich mir, und versuche mich zu entspannen. Die Busfahrt dauert schließlich rund acht Stunden und ist alles andere als entspannend. Bus und Straße sind im schlimmen Zustand. Das letzte Stück ab Jiri ist am schlimmsten: unbefestigte Straße, staubig, huckelig. Irgendwann habe ich es überstanden und ich bin in Shivalaya. Die Vorfreude auf den Trek wächst. Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich richtig losgeht und ich mich den Giganten des Himalaya nähere. Ich bewege mich in den Fußstapfen der frühen Everest-Expeditionen (v.a. von 1953), die sich zu Fuß von Kathmandu dem Everest genähert haben.

Tag 2: 7.4.2013
Shivalaya – Kinja

Das erste Stück nach Kinja ist sehr anstrengend, früh morgens geht es einen steilen Hügel hinauf, quasi ohne Aufwärmphase. Nach einiger Zeit erreiche ich oben auf einem Pass die Ortschaft Deorali mit toller Sicht auf die umliegenden Täler; bei klarer Sicht zumindest, es ist leider wie gestern ein wenig diesig. Ab Bhandar wächst der buddhistische Einfluss sichtlich, ich sehe zwei schöne Stupas bei einem Kloster und unzählige Manisteine. Einzig die Straße nervt, sie führt mittlerweile als Sandpiste bis nach Kinja, nächstes Jahr soll angeblich eine Busverbindung nach Bhandar starten. Bis auf eine Kanadierin sehe oder treffe ich keinen einzigen Tourist/Trekker. Die meisten Besucher sparen sich aus Zeitgründen den Anmarsch von Shivalaya oder Jiri bis Lukla und fliegen direkt nach Lukla, wo sie den Everest-Trek beginnen.

Tag 3: 8.4.2013
Kinja – Junbesi

Besonders das erste Stück ist wie gestern sehr schweißtreibend. Ich passiere Sete und Goyam, und erreiche schließlich den Lamjura Pass (3500m), höchster Punkt zwischen Shivalaya und Lukla. Auf dem Pass ist es etwas trostlos, die Sicht ist schlecht, es ist unglaublich windig und ich gehe direkt weiter. Der Abstieg vom Pass führt steil herunter bis nach Junbesi schließlich, einer netten, wohlhabenden Ortschaft mit hellen Häusern.


Tag 4: 9.4.2013
Junbesi – Khari Khola

Morgens führt der Weg auf flacher Ebene hoch an einem Hang entlang, mit Sicht auf den Flugplatz von Phaplu und bei klarer Sicht wohl auch auf Everest, Mera Peak und Thamserku. Leider ist es wieder diesig und die Berge bleiben verhüllt. Dann wird es richtig anstrengend, auf und ab über Hügel, ich überquere mehrmals den Dudh Koshi Fluss, passiere Nunthala und andere kleine Dörfer.

Quasi mit letzter Kraft und nach langem, steilen Aufstieg erreiche ich Khari Khola. Es ist nichts los hier, bin der einzige Gast in der Lodge. Die meisten Trekker machen wohl die Etappe Nunthala-Bupsa knapp hinter Khari Khola.

Tag 5: 10.4.2013
Khari Khola – Lukla

Mal wieder ein langer Tag. Rauf und runter die Hügel, ich weiß nicht was anstrengender ist, aufzusteigen oder abzusteigen. Hätte nie im Leben gedacht, dass der Abschnitt von Shivalaya nach Lukla so anstrengend sein würde. In Puyam gönne ich mir eine lange Pause und eine Riesenportion Dhaal Bhaat. Die Sonne knallt. Mit zunehmenden Verlauf werde ich aufgeregter, schließlich können die hohen Berge jetzt nicht mehr weit sein.

Das letzte Stück von Surke nach Lukla bringt mich fast um, endlos lang zieht sich der serpentinenartige Wanderweg den Hang hinauf. Dann endlich erreiche ich Lukla am Ende der berüchtigten Landebahn – ein großer Moment! Ich beziehe ein kleines Zimmer in der Himalayan Lodge oberhalb des Airports und bin halbwegs schockiert über die Menschenmassen und hohen Preise in Lukla. Nach den letzten Tagen der Einsamkeit auf dem Trek ist es eine andere Welt hier. Zum ersten Mal sehe ich die großen Trekkinggruppen, die von Kathmandu nach Lukla geflogen sind und mehrheitlich dem Everest-Highway folgen.

Lukla
Lukla

Tag 6: 11.4.2013
Lukla – Jorsale

Spät starte ich in Lukla. Morgens schaue ich den Maschinen beim Starten und Landen auf der kurzen Piste zu. Der Flughafen von Lukla ist berühmt-berüchtigt. Aufgrund seiner Lage gilt er als einer der gefährlichsten und für Piloten schwierigsten Flughäfen der Welt. Die Landebahn ist nur wenige hundert Meter kurz und mitten in einen steilen Hang gebaut. Piloten haben bei Start und Landung nur einen Versuch, durchstarten können sie nicht. Dazu darf nur auf Sicht geflogen werden; da es sich mittags meistens zuzieht, finden die Flüge in der Regel nur morgens statt. Sir Edmund Hillary hat den Flughafen in den 60ern bauen lassen, heute dient er den meisten Touristen als Ausgangspunkt für’s Trekking und Bergsteigen in der Everest-Region. Der Hauptweg durch Lukla führt direkt oberhalb am Ende der Landebahn entlang – ein Traum!

Nachdem ich mir also unzählige Starts und Landungen aus nächster Nähe reingezogen habe, breche ich auf, vorbei an gewaltigen Manis, bunt auf Felsen gemalt und buddhistischen Stupas. Es ist eher ein Spaziergang heute, größtenteils flach, nur kurze Auf- und Abstiege. Kongde Ri, Numbur, Kusum Kanguru und Khumbila beeindrucken und begleiten mich den ganzen Tag. Die Höhen und Entfernungen der Berge täuschen mich immer wieder; der Khumbila – hoch über Namche thronend – zum Beispiel wirkt auf mich so viel höher als seine 5700m. Highlight des Tages ist aber mein erster Blick auf Thamserku.

Everest und Co. müssten direkt um die Ecke sein und ich kann es kaum erwarten, die berühmten Berge endlich zu sehen. Ich denke ab morgen, ab Namche, wird es richtig spannend.

Tag 7: 12.4.2013
Jorsale – Namche Bazaar

Ein kurzer Trekking-Tag. Zunächst den Dudh Koshi Fluss über ein paar hohe Hängebrücken überquert, dann ein recht steiles Stück bis nach Namche aufgestiegen. Ich schätze die geholte Fitness und Akklimatisierung vom Trek nach Lukla kommt mir hier zu Gute, ich passiere etliche Trekker, die sichtlich mit dem Aufstieg zu kämpfen haben. Am späten Morgen erreiche ich Namche Bazaar. Namche Bazaar ist der Hauptort der Sherpa und liegt auf 3440m. Unglaublich was hier, an einem eigentlich so abgeschiedenen Ort, alles geschaffen wurde für die unzähligen Touristen, die jedes Jahr hierher kommen. Es gibt Pizzerien, Bars, Bäckereien, Trekking-Shops, einen Geldautomaten, Internet-Cafes und hunderte Souvenir-Shops. Doch vor allem ist Namche eine Ansammlung von Lodges, bzw. von Baustellen, auf denen einmal neue Lodges entstehen sollen. Es ist ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Die Lage ist allerdings sehr schön, wie ein Amphitheater liegt der Ort dramatisch an einem steilen Hang, mit schöner Sicht auf Thamserku, Kusum Kanguru und Kongde Range.

Abends geht es hinauf zum Visitor Centre, wo ich einen tollen Sonnenuntergang erlebe. Von dort sehe ich zum ersten Mal Everest. Dezent und geheimnisvoll steht er wie ein dunkler Felsbrocken in der Ferne, etwas im Dunst und von dünnen Wolken umgeben. Dazu noch Lhotse, Nuptse, Taboche und die königliche Ama Dablam, rötlich angestrahlt von der untergehenden Sonne.

Tag 8: 13.4.2013
Namche Bazaar – Syangboche – Khunde – Khumjung – Namche Bazaar

Akklimatisierungstag, den ich nutze um die Umgebung Namches zu erkunden. Zunächst geht es steil hoch zum Flugfeld Syangboche, dann weiter zum kleinen Dorf Khunde. Khumbila beeindruckt sehr und ich träume die ganze Zeit von einer Besteigung; eventuell nach den drei Pässen, am Ende der Tour, wenn ich topfit und perfekt akklimatisiert bin?! Erst später werde ich erfahren, dass der Khumbila für die Sherpa der heiligste Berg ist und es strengstens verboten ist, ihn zu besteigen. Gut, dass ich die Finger davon gelassen habe! Weiter geht es nach Khumjung. Ich klettere etwas einen Hang rauf und werde mit traumhafter Sicht belohnt! Taboche, Everest, Lhotse und Ama Dablam bieten ein Riesenpanorama bei bester Sicht. Ich bin sehr glücklich.

Nach unzähligen Fotos steige ich wieder ab, esse etwas in Khumjung und sehe mir die von Hillary gegründete Schule im Dorf an. Dann geht es zurück Richtung Namche, vorbei am Everest View Hotel, auf einem Bergsattel entlang und schließlich runter nach Namche. Die zweite Hälfte des Tages verbringe ich in Namche. Habe nicht gut geschlafen letzte Nacht und die Höhe macht sich in Form von leichten Kopfschmerzen etwas bemerkbar.

Tag 9: 14.4.2013
Namche Bazaar – Thame

Kurzer Tag. Spät geht es los in Namche, ich lasse es ruhig angehen. Schöner, exponierter Weg nach Thame entlang des Bhote Khosi.

Thame
zwischen Namche und Thame

Nach der Ortschaft Thamo nehme ich den falschen Pfad und verirre mich etwas. Laufe wieder zurück nach Thamo, esse dort erst mal ein Dhaal Bhaat, frage nach dem richtigen Weg und erreiche kurze Zeit später Thame. Habe leichte Kopfschmerzen wegen der Höhe, Thame liegt auf 3800m. Steige in der Lodge von Apa Sherpa ab, dem Rekordhalter von Everest-Besteigungen (21x). Es ist das erste Mal richtig kalt und ich ziehe alles an was ich habe.

Tag 10: 15.4.2013
Thame

Akklimatisierungstag in und um Thame. Morgens steige ich hoch zur Thame Gompa und weiter hinauf auf den Sunder Peak (auf manchen Karten: Sumdur Ri). Ich will sehen, wie weit ich komme und mich so gut wie möglich akklimatisieren für den Renjo Pass.

Thame
oberhalb von Thame

Fühle mich fit und komme relativ hoch. Ich frage mich, ob ich höher steigen soll bis zum Gipfel. Habe ein mulmiges Gefühl, da alleine und in großer Höhe. Außerdem ist der Gipfel in Wolken gehüllt und sieht nicht sehr gemütlich aus. Ich will nichts riskieren und kehre schließlich um. Als sich die Wolken für einen Moment verziehen, genieße ich die tolle Sicht und sehe zum ersten Mal den Cho Oyu in der Ferne.

Später erfahre ich, dass es zwei Gipfel am Sunder Peak gibt, den Hauptgipfel auf 5300m und einen Vorgipfel auf 4500m. Dann war es wohl der Vorgipfel, den ich erreicht habe, bevor ich umgekehrt bin. Abends schneit es heftig, aber es ist gemütlich und gesellig in der Lodge. Sitze mit mehreren Trekkern, die auch den Renjo hoch wollen, am warmen Ofen.

Während ich die Biografie von Tenzing Norgay lese, wird mir klar, wie wenig sich das Leben der Sherpa im Grunde in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Beim Lesen kommt es mir immer wieder vor, als wäre seine Biografie erst ein paar Jahre alt, dabei ist sie 1954 erschienen. Soweit ich das bisher beurteilen kann, trifft das meiste, so wie es von Tenzing beschrieben wird, immer noch zu auf das Leben in Khumbu, trotz zunehmendem Tourismus und gestiegenem Wohlstand der Einheimischen.

Tag 11: 16.4.2013
Thame – Lundgen

Einfacher Spaziergang  von Thame entlang des Bhote Khosi nach Lundgen. Tolle Bergkulisse in Thame am Morgen, mit klarer Sicht auf frisch eingeschneite Berge ringsum. Ich bin nun auf der uralten Handels- und Karawanenroute zwischen Tibet und Khumbu unterwegs. Würde ich das Tal immer weiter raufgehen, so würde ich nach ein paar Kilometern den Nangpa La erreichen, den Passübergang zu Tibet, über den die Sherpa vor Jahrhunderten nach Nepal kamen und die Region südlich des Mount Everest besiedelten.

Thame
Blick zurück auf Thame

Von Thame brauche ich ca. zwei Stunden bis Lundgen, wo es merklich kälter ist, ich ziehe alles an was ich an Klamotten habe und bin froh, als endlich der Ofen in der Lodge angemacht wird. Abends treffe ich drei Deutsche in der Lodge, sie haben den Renjo hinter sich und sind auf dem Weg zurück nach Namche. Einer der drei ist fix und fertig von der Passüberquerung. Ich werde etwas nervös, morgen steht der Pass bei mir auf dem Programm und ich bin gespannt wie ich die Höhe verkrafte und ob ich den Weg finde. Will früh aufbrechen um den Pass bei klarer Sicht zu erreichen, bevor es sich zuzieht.

Tag 12: 17.4.2013
Lundgen – Goyko (über Renjo La)

Früh geht es raus aus den Federn, um 4:30 Uhr stehe ich auf. Komme zunächst gut voran und finde den Pfad problemlos. Später dann habe ich Probleme den richtigen Weg zu finden, zumal außer mir niemand zum Pass unterwegs ist. Nach kurzer Orientierungslosigkeit und Prüfung der Karte entdecke ich den Weg zum Pass und erreiche diesen schließlich gegen 8:45 Uhr. Unglaublicher Moment, als ich aus einiger Entfernung bereits die Gebetsfahnen auf dem Pass sehe, mich die letzten Meter nach oben quäle und ich schließlich über den Kamm auf die andere Seite blicken kann. Ein Wahnsinnspanorama erwartet mich nach Osten. Ich weiß nicht ob ich weinen oder lachen soll vor Glück und Überwältigung. Everest und Lhotse thronen über allem, davor und daneben zig andere Gipfel. Dazu dramatisch wirkende Wolken, die vermehrt aufziehen und die Einsamkeit auf dem Pass. Ich bin alleine dort oben, es ist sehr still und ich habe in diesem Moment das Gefühl, der einzige Mensch auf der Erde zu sein.

Renjo La

Meine Eile, den Pass so früh wie möglich zu erreichen, hat sich gelohnt, denn nach kurzer Zeit hat es sich ziemlich zugezogen. Ich esse eine Kleinigkeit, sauge den Augenblick in mich auf und beginne mich auf den Abstieg vorzubereiten. Der Aufstieg ist schließlich nur die halbe Miete. Weit unten im Tal sehe ich bereits den zugefrorenen Goyko-See und dahinter die kleine Siedlung Gokyo, mein Ziel für heute. Der Abstieg ist schwierig, es geht abwechselnd über Felsgeröll und Eis. Ich rutsche mehrmals aus, kein Wunder bei meinen Schuhen. Gegen Mittag erreiche ich Goyko, es liegt sehr schön zwischen einem See und der Moräne des Ngozumpa-Gletschers.

Gokyo
kurz vor Gokyo

Der See bei Gokyo ist größtenteils zugefroren, nur am Ufer sieht man das kristallklare Wasser. Ich beziehe ein Zimmer in einer großen Lodge, direkt am See. Bis hierher hatte ich kaum Probleme mit der Höhe, doch nun bekomme ich starke Kopfschmerzen. Goyko liegt auf 4800m und vielleicht sind die 500m Höhenunterschied zu Lundgen an einem Tag doch etwas viel. Ich verkrieche mich für eine Weile in meinen Schlafsack, warm eingepackt und mit meiner Musik. Es hilft, nach ein paar Stunden sind die Kopfschmerzen weg.

Jetzt bin ich “mitten drin”, im Goyko Valley, dem Cho Oyu ganz nah und auf den Spuren der Pioniere Hillary und Co. Morgen früh will ich je nach meinem Zustand eventuell auf den Goyko Ri und anschließend den Ngozumpa-Gletscher entlang bis zum 5. und letzten Goyko-See, Richtung Cho Oyu Base Camp.

Tag 13: 18.4.2013
Gokyo – Gokyo Ri – Fifth Lake – Gokyo

Früh geht es los, hoch auf den Goyko Ri (5357m). Der Aufstieg ist eine Plackerei, ich merke die Höhe deutlich, kann kaum mehr als ein paar Schritte am Stück steigen, dann muss ich kurz pausieren und zu Atem kommen. Die Traumsicht vom Gipfel entschädigt aber für alle Mühen! Kaum Wolken, kristallklare Luft und ein unglaubliches Bergpanorama. Cho Oyu, Pumori, das Everest-Massiv, Makalu, Cholatse, Taboche, Kangtega und Thamserku sind zum Greifen nah.

Ich verbringe viel Zeit auf dem Gipfel, kraxel herum und schieße gefühlt 1000 Fotos. Dann wird es voll oben, ich steige wieder runter zur Lodge und frühstücke erst mal. Das Wetter ist super, kaum Wolken bis in den Nachmittag hinein; normalerweise zieht es sich jeden Tag spätestens um 13 Uhr zu. Das will ich ausnutzen und mache den zweiten Side-Trip, entlang der Goyko-Seen  und der Moräne des Ngozumpa-Gletschers. Die Tour ist anstrengender als erwartet, bin schon etwas geschafft vom Goyko Ri, dazu kommen starke Kopfschmerzen und ein schlimmer Gegenwind vor allem auf dem Rückweg. Am Fifth Lake ist Endstation, weiterzugehen wäre unvernünftig. Überragende Sicht von dort auf den gesamten Ngozumpa-Gletscher, der fast vollständig von Geröll bedeckt ist. Bin der einzige Mensch weit und breit, die Wolken bieten ein grandioses Schauspiel. Highlight ist der Cho Oyu, dessen Südwand immer wieder vor mir auftaucht, rechts daneben der Gyachung Kang. Der gesamte Bergrücken, der Cho Oyu und Gyachung Kang verbindet, ist durchzogen von Eisbrüchen. Ich sehe sogar den Nup La Pass, der nach Tibet führt  und den Hillary und Co. vor über 60 Jahren überquert und ausgekundschaftet haben.

Der Rückweg nach Goyko ist mies. Fühle mich entkräftet, dazu stechende Kopfschmerzen, ein höllischer Gegenwind und immer wieder schwierige Passagen über Eis. Bin froh als ich endlich die Lodge erreiche und mit einer Kanne Tee am Ofen sitze.

Tag 14: 19.4.2013
Goyko – Dragnag

Sehr kurzer Tag. Nachdem ich “ausgeschlafen” und gefrühstückt habe, überquere ich den Ngozumpa-Gletscher. Der Weg ist easy zu finden, an manchen Stellen muss man etwas vor Steinschlag aufpassen.

Ngozumpa-Gletscher
auf dem Gletscher

Gegen Mittag erreiche ich Dragnag (auf manchen Karten: Tagnag), wo ich mich den Rest des Tages schone für den Cho La Pass morgen. Möchte sehr früh los, das hat sich beim Renjo La bewährt. Dragnag stellt sich als teuer heraus, Dhaal Bhaat gibt es nicht unter 650 Rs, Akku aufladen kostet 300 Rs pro Stunde. An Duschen ist nicht zu denken.

Tag 15: 20.4.2013
Dragnag – Dzongla (über Cho La)

Heftiger Tag! Um 5:45 Uhr breche ich in Dragnag auf und folge frischen Fußspuren im Schnee Richtung Cho La Pass (5380m). Nach kurzer Zeit hole ich andere Trekker ein, u.a. eine Gruppe Franzosen, denen ich mich für den Rest des Tages anschließe. Bald schon wird das Wetter richtig mies, es schneit pausenlos und die Sicht ist gleich null. Es geht nur über Eis und Schnee, immer weiter nach oben bis zum Pass. Besonders steil sind die letzten Meter vorm Pass, die ganze Gruppe ist am Kämpfen. Über Stunden wird kein einziges Wort gesprochen, jeder hat mit sich selbst zu tun. Auf dem Pass keine Stimmung, da kaum Sicht. Schnell geht es weiter, das erste Stück vom Abstieg ist einfach nur mörderisch, über glattes, steiles Gelände. Manche Passagen müssen richtig geklettert werden, das erste Mal auf dem Trek. Nicht so einfach mit meinen Schuhen und dem Rucksack. Wahnsinn, die Porter, die diese Stellen mit ihren weitaus schwereren Ladungen bewältigen müssen. Anschließend geht es über loses Geröll, ziemlich unangenehm, da mit viel Neuschnee bedeckt. Dann geht es wieder über festgefrorenen Schnee. Alle paar Meter rutsche ich aus; ich wünschte, ich hätte Steigeisen. Schneefall nimmt immer mehr zu, man kann keine 5 Meter weit sehen. Zum Glück folge ich den Franzosen, sie haben einen Guide, der den Weg weist.

Letztendlich erreichen wir Dzongla. Ich bin erschöpft und ausgekühlt. Die Lodge ist aber super, faire Preise und nette Leute. Ich lege mich kurz aufs Ohr, es ist höllisch kalt und man will am liebsten gar nicht aus dem Schlafsack. Mein Hunger zieht mich letztendlich doch noch mal in den Gemeinschaftsraum. Nachts habe ich komische Träume; das muss die große Höhe sein.

Tag 16: 21.4.2013
Dzongla – Lobuche

Das Wetter sieht zunächst ganz vielversprechend aus, es schneit nicht und ein Stück blauer Himmel ist zu sehen, wenn auch nur für kurze Zeit. Als ich Richtung Lobuche starte, habe ich eine tolle Sicht das Tal hinunter auf die frisch eingeschneite Ama Dablam, die von einem fotogenen Wolkenschleier umgeben ist. Ich erkenne sie fast nicht wieder, von Norden sieht sie ganz anders aus als sonst.

Ama Dablam
Ama Dablam

Kurze Zeit später zieht es sich komplett zu, Nebel und Wolken verhüllen das Tal. Das Stück nach Lobuche ist recht schwierig, entlang eines steilen Hanges. Ich muss mich bei jedem Schritt konzentrieren nicht auszurutschen und den Hang runterzupurzeln. Das trostlose Wetter deprimiert etwas und ich frage mich, wie wohl die Sicht bei klarem Wetter gerade wäre. Nach zwei Stunden erreiche ich Lobuche, eine Ansammlung von Lodges hinter der Moräne des Khumbu-Gletschers. Es ist sehr feucht und bitter kalt, in der Lodge gönne ich mir ein teures Dhaal Bhaat zur Stärkung und ziehe mal wieder alles an, was irgendwie warm hält. Es graut mir vor der Nacht. Obwohl ich meinem “Ziel” so nahe bin – EBC und Khumbu Icefall sind nur eine Tagesetappe von hier – nimmt mir das Wetter ein wenig die Motivation und Euphorie und ich bleibe am liebsten in der einigermaßen warmen Lodge. Morgen früh geht es dann das kurze Stück nach Gorak Shep. Abends am Ofen in der Lodge lerne ich noch ein paar nette Leute kennen, Paulina und Peter aus der Slowakei und Chantal aus Kanada.

Tag 17: 22.4.2013
Lobuche – Gorak Shep – Everest Base Camp – Gorak Shep

Ich schließe mich Paulina und Chattur an und wir machen uns auf den Weg nach Gorak Shep. Das Wetter ist nach wie vor mies. Ich werde nicht richtig warm, in meinen undichten Schuhen geht es durch Schnee und Eis. Zum Glück ist es nicht weit nach Gorak Shep. Bald sind wir da und beziehen ein Zimmer in einer Lodge, leider kann man nicht viel von den umliegenden Bergen sehen. Nur sporadisch klärt es hin und wieder mal auf und man sieht ein Stück Berg oder blauen Himmel. Nach kurzer Stärkung in der Lodge starten Chantal, Paulina, Chattur und ich Richtung Everest Base Camp (5350m), welches wir nach ca. 1,5 Stunden erreichen.

Das Basislager ist größer als ich erwartet habe. Expedition reiht sich an Expedition, man kann stundenlang durch die Zeltstadt wandern. Ich beobachte gespannt das Treiben dort, spähe in Essens-und Gemeinschaftszelte und mustere die Everest-Aspiranten. Paulina und ich besuchen das Medical-Tent und plaudern ein wenig mit den volontierenden Ärzten dort.

Everest Base Camp
Base Camp

Am meisten fasziniert mich der Khumbu-Eisbruch, er führt am Ende des Basislagers vom Khumbu-Gletscher steil hinauf ins Western CWM. Seit Eric Shipton 1951 die Südseite des Everest ausgekundschaftet hat, führt die Standardroute von der nepalesischen Seite auf den Everest durch den Eisbruch. Bergsteiger müssen diesen, um Everest oder Lhotse zu besteigen, mehrmals pro Expedition durchqueren. Aufgrund seiner vielen Gletscherspalten, Lawinengefahr und Séracs, die jederzeit einstürzen können, gilt der Eisbruch als gefährlichster Teil einer Besteigung des Everest auf dieser Route. Für Trekker ist hier, am Fuße des Eisbruchs, Endstation, man darf ihn nur mit Permit im Rahmen einer Expedition betreten.

Khumbu Icefall
Khumbu Icefall

Ich halte inne. Wie oft habe ich in Büchern und Expeditionsberichten von EBC und Khumbu Icefall gelesen. Nun ist beides direkt vor meiner Nase und ich kann mein Glück kaum fassen. Es ist nach wie vor sehr bewölkt und es schneit, wie wunderbar muss diese Kulisse erst bei gutem Wetter wirken? Ich schwöre mir solange in Gorak Shep zu bleiben, bis sich das Wetter bessert.

Nach einiger Zeit machen wir uns langsam auf den Rückweg nach Gorak Shep, morgen früh wollen wir auf den Kala Patthar zum Sonnenaufgang.

Khumbu
Paulina und Chattur

Tag 18: 23.4.2013
Gorak Shep – Kala Patthar – EBC – Gorak Shep – Lobuche

Früh geht es mal wieder raus, um 4:30 Uhr aufstehen um den Kala Patthar (5650m) zu besteigen. Es geht gut los, denn es ist eine sternenklare Nacht, keine Wolke scheint am noch schwarzen Himmel zu sein. Oben auf dem Kala Patthar  erleben wir einen traumhaften Sonnenaufgang, die Sicht könnte nicht besser sein. Was wir für ein Glück haben, nachdem die letzten Tage wettermäßig so bescheiden waren. Das Panorama ist weltklasse! Direkt über uns thront Pumori, daneben Lindgren, Khumbutse, der mit vollem Umfang bereits in Tibet stehende Changtse, Everest & Lhotse, der markante Nuptse, Ama Dablam, Kangtega, Thamserku und Taboche sind u.a. zu bewundern. Everest mit seiner schwarzen Gipfelpyramide ist jetzt sehr nah, ich sehe deutlich Südsattel und Südgipfel.

Mount Everest
Mount Everest in der Bildmitte, links Changtse, rechts Nuptse

Dann sterbe ich auf dem Gipfel einen kleinen Tod. Auf einmal ist mir eiskalt, ich fühle mich schwach und entkräftet. Vielleicht bin ich zu schnell aufgestiegen, denke ich mir. Für eine Weile lege ich mich auf eine Steinplatte und schließe die Augen. Als endlich die Sonne über die Berge kommt, erwachen meine Glieder wieder zum Leben und mein Zustand verbessert sich schlagartig.

Zurück unten in der Lodge geht es Peter dann ganz schlecht und er muss sofort mit dem Hubschrauber nach Kathmandu geflogen werden. Paulina meint, er hätte schon seit Tagen leichte Symptome der Höhenkrankheit gezeigt. Nun ist sein Zustand sehr bedenklich, er kann kaum sprechen, ist kreidebleich und hat blutrote Augen. Als der Heli da ist, begleiten wir ihn zusammen mit Chattur zum Helipad von Gorak Shep und warten, bis der Heli wieder abhebt und in der Ferne verschwindet.

Chantal macht sich auf den Rückweg und auch Paulina geht mit Chattur runter Richtung Lobuche, während ich dem Basislager noch einen Besuch abstatte. Ich laufe bis ganz ans Ende des Lagers, vorbei an den letzten Zelten und genieße noch mal die Atmosphäre am Fuße des Eisbruchs. Das laut knackende Eis und das darunter rauschende Wasser erinnern mich daran, dass der Gletscher lebt und ständig in Bewegung ist.

Nachmittags mache ich mich auf den Weg nach Lobuche, so langsam schmerzt jeder Schritt von den Anstrengungen des Tages.

Tag 19: 24.4.2013
Lobuche – Chukung (über Kongma La)

Um 5:45 Uhr breche ich in Lobuche auf, ich muss zunächst den Khumbu-Gletscher überqueren, der hier größtenteils mit Geröll bedeckt ist. Dann geht es steil hinauf, richtig harte Arbeit, aber zum Glück ist der Weg leicht zu finden. Um kurz nach acht erreiche ich den Kongma La Pass (5535m), ich bin ganz alleine, erst später kommt eine Gruppe Litauer dazu. Wetter und Sicht sind einfach perfekt. Schönes Panorama mal wieder, auf der einen Seite Richtung Westen sind die Lobuche Peaks, Cholatse, Cho Oyu, Khumbu-Gletscher und ganz klein unten die Lodges von Lobuche zu sehen. Auf der anderen Seite Richtung Osten freie Sicht auf Nuptse, Lhotse, Baruntse, Makalu, Num Ri, Chamlang und Ama Dablam. Dazu Island Peak, immerhin ein Sechstausender, der fast schon winzig wirkt zwischen den Giganten.

Kongma La
auf dem Kongma La

Bleibe lange oben und bin völlig beeindruckt. Am allermeisten faszinieren mich die Südwände von Nuptse und Lhotse. Besonders die Lhotse-Südwand ist ein Highlight mit ihren Dimensionen, sie scheint gar kein Ende zu nehmen. Ich muss an Kammerlander und Kukuczka denken, legendäre Bergsteiger, die verrückt genug waren, eine Durchsteigung der Wand zu wagen.

Nach einer halben Ewigkeit und unzähligen Fotos geht es runter, über Eis und Schnee, ich orientiere mich an alten Fußabdrücken im Schnee. Innerhalb kurzer Zeit zieht es sich zu und ich verliere die Orientierung. Erleichtert atme ich auf, als die Litauer hinter mir auftauchen, anscheinend bin ich richtig. Als es zwischenzeitlich kurz aufklärt, erscheint die Ama Dablam plötzlich auf der anderen Seite des Tals, Highlight! Dann sind die Litauer wieder verschwunden und ich steige orientierungslos in einer Felsrinne immer weiter ab, Richtung Tal und Ama Dablam. Den direkten Weg nach Chukung muss ich schon lange verloren haben. Ich halte mich links und klettere den Hang hoch, in der Hoffnung den Pfad wiederzufinden. Irgendwann gebe ich es auf und beschließe auf direktem Weg ins Tal abzusteigen. Spätestens dort müsste ich ja auf den Imja Khola und auf den Weg von Namche nach Chukung treffen.

Schließlich gelange ich unten im Tal an, treffe einen Bauern und frage nach dem Weg. Vom ganzen auf-und absteigen tun meine Beine weh. Das letzte Stück nach Chukung zieht sich ewig, mein Rucksack wiegt gefühlte 30 kg. Endlich erreiche ich schließlich Chukung. Zu meiner großen Überraschung ist es gerade mal 13 Uhr, als ich dort ankomme. Ich hätte schwören können, dass es bereits viel später ist. Den Rest des Tages bleibe ich erschöpft in der Lodge und gehe die Optionen für die nächsten Tagen durch. Morgen früh will ich den Chukung Ri hinauf, die Tage darauf eventuell noch den Island Peak besteigen.

Tag 20: 25.4.2013
Chukung – Tengboche

Um 5 Uhr raus aus dem warmen Bett und gemeinsam mit Jeff (Belgien) auf den Chukung Ri (5546m). Ein wolkenloser Himmel und traumhaftes Panorama erwarten uns oben.

Man kann das ganze Imja Khola-Tal hinunter sehen, die Häuser der Ortschaft Dingboche, bis nach Namche Bazaar. Cho Oyu, die Kongde-Berge und Pumori sind in der Ferne zu sehen, direkt nebenan sind Island Peak, Makalu, Baruntse und Ama Dablam, unten Nuptse- und Imja-Gletscher. Lhotse thront im Norden über allem.

Lhotse
Lhotse

Ich bekomme nicht genug von der Sicht und verbringe mit Jeff viel Zeit am Gipfel. Dann geht es wieder runter zur Lodge. Eine Besteigung des Island Peak stellt sich als zu teuer heraus, ich muss ihn auf ein anderes Mal verschieben.

Von Chukung starte ich nach dem Frühstück den Rückweg. Noch lange sind Lhotse und Ama Dablam an meiner Seite während ich das Imja-Tal hinabsteige. In Shomare pausiere ich und esse was, dann geht es weiter. Schließlich erreiche ich nach kurzem, aber hartem Aufstieg erschöpft Tengboche. Ich bin jetzt wieder unterhalb der Baumgrenze, es tut gut mal wieder Bäume und Blumen zu sehen.

Tag 21: 26.4.2013
Tengboche – Namche Bazaar

Um 5:30 Uhr steige ich einen Hang hinter Tengboche rauf, schöne Sicht von dort auf Ama Dablam, Thamserku, Lhotse und Nuptse. Wieder unten in Tengboche schaue ich mir das berühmte Kloster an.

Tengboche
Blick von Tengboche zurück auf Nuptse und Lhotse, Everest ragt ein ganz kleines Stück über dem Nuptse hervor; ganz rechts im Gegenlicht Ama Dablam

Dann breche ich auf Richtung Namche. Es ist anstrengend, unzählige Hügel rauf und runter, meine Beine schmerzen, der Rucki scheint immer schwerer zu werden. Die Landschaft um mich herum entschädigt aber für die Strapazen. Obwohl ich mich mit jedem Schritt weiter von ihnen entferne, scheinen Lhotse und Everest immer noch zum Greifen nah zu sein. Ich bin nun zum ersten Mal richtig auf dem “Highway” unterwegs, der Hauptroute von Namche zum EBC. Ganze Trekkinggruppen kommen mir entgegen, ich höre alle möglichen Sprachen.  Mir wird bewusst, wie ruhig mein Trek bisher war und wie sehr ich das genossen habe.

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, bis ich Namche erreiche, wo ich ein Zimmer in einer zentralen Lodge beziehe. Ich gönne mir eine lange, heiße Dusche, die erste seit Wochen und vielleicht die beste meines Lebens. Zur Feier des Tages gibt es Pizza, dann treffe ich Paulina wieder. Abends gehen wir zusammen mit Chattur zu ein paar Locals, Bekannte von ihm, wir trinken Chang (tibetisches Reisbier) und essen Samosas.

Namche Bazaar
mit Paulina und einem Träger

Tag 22: 27.4.2013
Namche Bazaar – Lukla

Spät starte ich in Namche und brauche dann ca. 6 Stunden bis Lukla. Das Wetter ist schön, richtig heiß wie ich finde, nach all den Tagen in kalter Höhe. Ich esse ein köstliches Dhaal Bhaat in Phakding, kurz darauf lasse ich meine Schuhe in Cheplung zurück und laufe das letzte Stück nach Lukla in Flip-Flops. Habe wohl Glück gehabt, dass die Schuhe den Trek doch einigermaßen überstanden haben und erst auf den letzten Metern so unangenehm werden, dass ich sie wegschmeiße.

Tag 23: 28.4.2013
Lukla

Um 6:30 Uhr stehe ich auf und spurte zum Flughafen, um einen frühen Flug zu ergattern. Ich muss lange warten, es herrscht Chaos, keiner scheint zu wissen, ob heute überhaupt noch Flieger starten können. Letztendlich werden alle Flüge aufgrund schlechter Sicht gestrichen. Langweiliger Tag.

Tag 24: 29.4.2013
Lukla – Kathmandu

Um 6 Uhr zum Airport. Diesmal habe ich Glück und alles geht ganz schnell. Werde auf den zweiten Flug gesetzt und um 7:30 Uhr besteige ich mit 13 weiteren Passagieren den kleinen Flieger.

Beim Start wird natürlich eifrig gefilmt, leider sitze ich auf der falschen, der linken Seite im Flieger. Rechts sieht man klar die schneeweißen Himalaya-Riesen.

Im Landeanflug auf Kathmandu sehe ich noch kurz Everest und Lhotse in weiter Ferne, magisch ragen sie mit ihren Schneefahnen aus der Wolkendecke heraus.
Dann sinkt der Flieger hinein in den Smog der Hauptstadt.

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