Annapurna Adventures

“Just to lie here in the sun with great white peaks all around me and the biggest glacier in Europe at my feet, to eat from time to time, to sleep a little and dream a great deal – it is a heavenly existence.”
George Mallory

 

Ein paar Stationen meiner Wanderung zu den Annapurnas im Dezember 2014.

Upper Pisang – Ngawal

Von Upper Pisang laufe ich auf der High Route nach Ngawal. Die Ortschaften in dieser Region sind richtig mittelalterlich; dunkle, flache Steinhäuser, Labyrinthe aus kleinen Gassen, Mani- und Gebetsmühlenmauern und uralte Gompas (kleine buddhistische Klöster) prägen die kleinen Dörfer. Die Straße, die mittlerweile fast um das gesamte Annapurna-Massiv führt, scheint Lichtjahre entfernt. Immer wieder genieße ich die Sicht auf die andere Talseite, vor allem auf die riesige Annapurna II (7940m), die die Szenerie dominiert.

Annapurna II
das Dorf Gyaru, dahinter Annapurna II

Ich klettere einen Hang hoch zu einem Chörten (buddhistischer Kultbau) und im Wind flatternden Gebetsfahnen und pausiere eine Weile. Westlich von Annapurna II schließen sich Annapurna IV, III und Gangapurna an. Weit im Westen sehe ich zum ersten Mal Tilicho Peak und einen Teil der Grande Barrière. Im Südosten ist Lamjung Himal zu sehen, der östlichste Berg des Annapurna-Gebirges. Direkt oberhalb meines Standorts im Osten thront der Pisang Peak. Die Route ist schön, ausgesetzt, vorbei an Stupas und Chörtens, die Annapurnas immer zum Greifen nah.

Weit unten im Tal kommt der Flugplatz von Hongde in Sicht, im Nordwesten tauchen nach und nach die Chulu Peaks auf. Die Landschaft wird zunehmend karger und brauner, die Nordseite des Annapurna-Massivs liegt im Regenschatten des Monsuns und bekommt nur wenig Niederschlag ab. Nach ein paar Stunden bin ich in Ngawal. Es ist spät, mittlerweile fegt ein heftiger Wind durchs Tal und ich beschließe die Nacht hier zu bleiben.

Ice Lake

Heute geht es rauf zum Ice Lake auf 4600m, ich will meine Akklimatisierung ankurbeln. Die Sonne wärmt mich während des Aufstiegs, die Sicht wird mit jedem Meter, den ich aufsteige, besser. Im Osten sind Himalchuli und Ngadi Himal, im Westen ist bereits ein großer Teil der Grande Barrière sichtbar. Im Tal sehe ich Manang, den grünen Gletschersee am Ende des Gangapurna-Gletschers und das Dorf Khangsar, das bereits im Tal zum Tilicho Lake liegt. Das erste Mal habe ich freie Sicht auf Gangapurna und auf Roc Noir (Schwarzer Felsen), der von den Franzosen 1950 so benannt wurde, weil er so steil ist, dass kein Schnee an ihm hängenbleibt. Beim Roc Noir macht der Annapurna-Gebirgskamm einen Knick nach Südwesten zum Hauptgipfel Annapurna I (8091m), dem zehnthöchsten Berg der Erde und unter Bergsteigern gefürchtet als gefährlichster aller Achttausender. Ich kann so gerade die oberste Spitze des Berges mit dem Fernglas sehen, eine Schneefahne umweht den Gipfel.

Ich erreiche den ersten der beiden Seen, er ist komplett zugefroren, Yaks weiden am Ufer. Kurze Zeit später bin ich am zweiten See. Was für eine Szenerie. Der zur Hälfte zugefrorene See, die weißen Berge, der blaue Himmel, ein einsamer Chörten. Ich umrunde den See, schieße viele Bilder aus allen möglichen Winkeln und Perspektiven.

Von hier oben sehe ich fast die gesamte Grande Barrière im Südwesten. Die Grande Barrière verdankt ihren Namen ebenfalls der französischen Expedition um Maurice Herzog von 1950, die mit Annapurna I als erste Expedition überhaupt einen Achttausender besteigen konnte. Die Berge waren damals noch komplett unerforscht, Nepal hatte erst kurz vorher seine Grenzen für Ausländer geöffnet und Herzog musste sich zunächst auf eine lange, komplizierte Suche nach einem Zugang zum Berg begeben. Es gab nur fehlerhafte Karten der Region, die Franzosen vertrauten auf eine Karte des indischen Militärs, auf der ein Pass zwischen Tilicho Peak und Annapurna I zur Nordflanke des Berges eingezeichnet war. Am Tilicho Lake angekommen, mussten sie jedoch ernüchtert feststellen, dass der Weg auf der Karte nicht existiert und stattdessen eine unüberwindbare, fast 7000 Meter hohe Mauer aus Eis sie von ihrem Ziel trennte – La Grande Barrière.

Herzog notierte in sein Tagebuch:

“We were completely overwhelmed by the Great Barrier whose average height I put at nearly 23,000 feet. Its defences culminated in a gigantic and inaccessible keep, right in the center, and its precipitous walls rose 10,000 feet above the camp. The rock was smooth and offered no irregularity, no line of weakness on which the trained eye of a mountaineer might hope to trace out a possible route. Annapurna was a giant fortress and we were still only on the outer defences.”

Roc Noir
ein Teil der Grande Barrière mit dem spitzen Roc Noir

Seit ich Herzogs Buch “Annapurna” gelesen habe, konnte ich den Tag nicht erwarten, an dem ich Tilicho, Grande Barrière, Roc Noir und all die anderen Orte und Berge mit eigenen Augen sehen würde. Ich finde einen windgeschützten Platz und sauge die Kulisse in mich auf. Eigentlich hatte ich geplant, früh genug wieder abzusteigen, um den heftigen Wind, der jeden Nachmittag durchs Tal fegt, zu vermeiden. Doch als ich aufbreche, ist es bereits spät und ich werde auf dem Rückweg fast vom Berg geweht.


Milarepa Cave

Am nächsten Tag bin ich unterwegs zur Milarepa Cave. Die Höhle liegt an den Hängen von Annapurna III, der tibetische Mönch Milarepa soll der Legende nach im 11. Jahrhundert eine Zeit lang in ihr gelebt haben. Im Zickzackkurs geht es hoch durch Wald, der Weg ist gut markiert und leicht zu finden.

Annapurna III
Annapurna III (7555m)

An vielen Stellen ist der Boden jedoch vereist, ich rutsche mehrmals aus und komme nur langsam voran. Schließlich erreiche ich eine uralte Gompa und ein paar verlassene Hütten. Laufe ein Stück entlang der Felswand und schaue mir einige mit Fahnen geschmückte Höhlen an; welche der Höhlen die echte Milarepa Cave ist, bleibt aber unklar. Dann klettere ich zu ein paar Gebetsfahnen auf einem Kamm oberhalb der Höhlen. Dort angekommen entdecke ich mehr Gebetsfahnen weiter oben am Hang; da muss ich hoch, denke ich mir. Zunächst geht es durch Büsche und dornige Sträucher den Hang rauf. Dann wird es steiler und ich steige über Schneefelder. Irgendwann erreiche ich einen flachen Sattel mit den Gebetsfahnen; das Panorama von hier ist überwältigend. Direkt über mir thront Annapurna III, daneben schließen sich Annapurna II und IV an. Manaslu steht frei sichtbar im Osten. Im Westen sind u.a. Yakawa Kang und Khatung Kang zu sehen, zwischen denen der Thorung La Pass ins Kali Gandaki Tal führt. Gegenüber, auf der anderen Seite des Tals liegen die Chulu Peaks und Pisang Peak.

Durch die Kälte und den starken Wind ist es kaum auszuhalten, es wird Zeit abzusteigen. Beim Blick nach unten auf den steilen Hang und die Schneefelder wird mir angst und bange. Ich suche nach alternativen, leichteren Wegen nach unten, aber meine Aufstiegsroute scheint noch das kleinste Übel zu sein. Mein Puls rast als ich kleine Tritte ins Eis trete und mich langsam auf allen Vieren den Hang herabarbeite. Wie konnte ich den Abstieg nur so unterschätzen?

Als der bedrohliche Teil geschafft ist, atme ich tief durch, es geht nun gemäßigter zurück zur Gompa. Dort angekommen folge ich dem Moränenrand des von Annapurna III abgehenden Gletschers. Ich gehe entlang ein paar Gebetsfahnen, quere ein Eisfeld und gelange wieder zu den Höhlen am Fuß der Felswand.


Manang

Ausflug zum Gangapurna Glacier Lake, Chongar Viewpoint und Praken Gompa.


Khangsar

Freitag laufe ich das kurze Stück von Manang nach Khangsar, einem kleinen Dorf auf der Route von Manang zum Tilicho Lake gelegen. Eine knappe, einsame Woche werde ich hier eingeschneit verbringen. Ich wohne in der einzigen geöffneten Lodge, bin der einzige Westler weit und breit. Die Lage des Dorfes ist malerisch, am Fuße von Gangapurna liegend, Grande Barrière und Tilicho Peak sind nicht weit entfernt und gut sichtbar, Ngadi Chuli, Himalchuli und Manaslu, dessen Gipfel so gerade hinterm Pisang Peak hervorragt, stehen weit im Osten. Ursprünglich wollte ich hier nur eine Nacht bleiben, als Zwischenstopp auf dem Weg zum Tilicho Lake.

Samstag und Sonntag schneit es jedoch ununterbrochen, danach liegt der Schnee meterhoch. An ein Weitergehen ist nicht zu denken, auch der Weg zurück nach Manang ist mit all dem Schnee nicht begehbar. Es ist kalt und ich verbringe die Tage größtenteils im Schlafsack, dösend, lesend, Nepali lernend. Es gibt keinen Strom, keine Gesellschaft, keine Abwechslung. Nur zum Frühstück und Abendessen stehe ich auf. Das schlechte Wetter trübt die Laune, innerlich hake ich Tilicho Lake schweren Herzens ab, der Weg dorthin ist extrem ausgesetzt und nur bei guten Bedingungen begehbar, mit all dem Neuschnee wird er wohl dieses Jahr nicht mehr machbar sein. Ke Garne? Was soll man da machen?

Montag ist das ganze Dorf, das während des Schneesturms wie ausgestorben war, auf den Beinen, den Schnee von den Dächern der Häuser schippend. Ich packe mit an, bin für jede Abwechslung, für jede Beschäftigung, die mich aus dem Bett führt, dankbar. Die Landschaft ist kaum wiederzuerkennen, die Berge präsentieren sich frisch eingeschneit.

Khangsar

Mit dem Schnee hat es einen Temperatursturz gegeben, es ist extrem kalt, immer wieder muss ich rein um mich aufzuwärmen. Den Rest des Tages verbringe ich in meinem Schlafsack, wo es einigermaßen warm ist. “The Snow Leopard” von Peter Matthiessen ist das Buch dieses Treks. Es ist verblüffend, wie oft Matthiessen die passenden Textstellen zu meinen eigenen Erlebnissen liefert.

In der Nacht zu Dienstag gab es nochmal Neuschnee und ich verbringe den Dienstagvormittag damit, das Dach der Lodge von den schweren Schneemassen zu befreien. Es weht ein eisiger Wind durchs Tal, der alle Kleidungsschichten durchdringt.

Khangsar

Nachmittags bahne ich meinen Weg durch die Gassen des Dorfes, manchmal sacke ich bis zur Brust im Schnee ein. An manchen Stellen reicht der Schnee bis zu den Dächern der Häuser, kleine Ställe und Hütten sind komplett vergraben. Ich laufe zum Kani (buddhistischer Torbogen) am Eingang des Dorfes um den Weg nach Manang zu begutachten. Der Verlauf der Piste ist höchstens zu erahnen, alles ist bedeckt von einer dicken Schneeschicht. Ich stapfe ein paar Meter durch den Schnee, es ist kalt und anstrengend. Schnell sehe ich ein, dass heute kein Durchkommen nach Manang ist.

Mittwochmorgen bin ich in euphorischer Stimmung. Das Wetter ist perfekt und Grund für meine gute Laune. Keine Wolke ist am Himmel, Tilicho Peak und andere Berge strahlen weiß.

Khangsar

Ich bin voller Tatendrang, will aufbrechen, zurück nach Manang. Dort will ich die Lage checken und, falls möglich, über den Thorung La Pass nach Muktinath und ins Tal des Kali Gandaki gelangen. Gehe ein Stück den Weg entlang Richtung Manang, das Spuren durch den Schnee ist aber sehr ermüdend und ich kehre bald um. Die Dorfbewohner raten mir davon ab, alleine durch die Schneemassen nach Manang zu gehen und so verbringe ich einen weiteren Tag im Schlafsack. Wenn das Wetter gut ist, will ich morgen versuchen irgendwie nach Manang zu kommen.

Donnerstag ist es dann soweit, nach dem Frühstück breche ich in Khangsar auf, Meter für Meter kämpfe ich mich durch den Schnee. Manchmal ist der Schnee nur knöchelhoch, dann wieder versinke ich bis zu den Knien. Es ist anstrengende Arbeit, ich komme nur im Schneckentempo voran. Die Sonne knallt von oben, reflektiert im Schnee und lässt mich schwitzen, während meine Füße nass und kalt sind. In den vielen Pausen genieße ich die traumhafte Winterlandschaft um mich herum, ich halte inne und nehme die Stille und Ruhe der Landschaft wahr. Es weht kein Wind, nur das leise Rauschen des Flusses und das Pochen meines Pulses sind zu hören; es gibt nichts als Schnee, Berge und Himmel.

Später beobachte ich eine Herde Bharal (Blauschaf) auf den Hängen über mir und unten am Flussufer. Dank Matthiessen, dessen Buch von einer Forschungsreise nach Nepal über Schneeleopard und Bharal handelt, weiß ich nun bestens Bescheid über diese schönen Tiere.

Vergeblich halte ich immer wieder Ausschau nach dem sagenumwobenen Schneeleoparden.

Entscheidung

Die Nacht in Manang ist lang und kalt, die Kälte ist überall, sie zerrt mittlerweile an Körper und Psyche. Ich habe Halsschmerzen, die Nase läuft ununterbrochen, bin viel am Grübeln und schlafe kaum. Die Lage ist verworren, aus allen Ecken kommen unterschiedliche Informationen, die ganze Situation, die Ungewissheit nervt mich. Mal soll die Passüberquerung über den Thorung La gut möglich sein, mal lebensgefährlich. Der viele Schnee macht die Lage so kompliziert, er liegt nach wie vor meterhoch und schmilzt nur langsam.

Als es endlich anfängt zu dämmern, stehe ich auf und packe. Um 7:30 Uhr starte ich mit meinen neuen Freunden John und Gyum in Manang Richtung Thorung La Pass (5400m). Wir wollen schauen wie weit wir kommen, wie die Bedingungen weiter oben sind. In Yak Kharka haben wir Lunch, dann geht es weiter nach Thorung Phedi. Es gibt einen kleinen Trail durch den Schnee, mal ist es einfach und man läuft auf einer hartgefrorenen Schneekruste, mal ist es schwierig und man sackt bis zur Hüfte im Schnee ein.

Unterwegs kommen uns eine Russin und zwei Franzosen entgegen, sie sind umgekehrt und warnen uns vor schwierigen Bedingungen. Innerlich versuche ich mich an den Gedanken des Umkehrens zu gewöhnen, auch wenn es schwerfällt. Wir beschließen, mindestens bis kurz vor Thorung Phedi zu gehen, dort wo es besonders gefährlich sein soll. Wir wollen die Stelle selbst sehen, bevor wir eine Entscheidung treffen. Besonders die beiden Franzosen bleiben mir im Kopf, sie schienen gut ausgerüstete und erfahrene Trekker/Bergsteiger zu sein, ihre Entscheidung umzukehren muss gut begründet sein.

Nach einer Weile erreichen wir die Schlüsselstelle bei einer Hängebrücke, der Trail wechselt hier die Seite des Flusses. Auf der anderen Seite sehen wir den exponierten Pfad, er führt an einem steilen, verschneiten Hang entlang. Beim Anblick bekomme ich Bauchschmerzen, der Pfad ist schmal und mit Eis bedeckt, auf den Hängen oberhalb liegt viel Schnee, es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese Schneemassen als Lawinen herunterkommen. Ein Misstritt oder Ausrutscher auf dem gefrorenen Untergrund reicht wahrscheinlich und man fällt tief in den Fluss.

Thorung La

Die Warnungen und Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Zu einer anderen Jahreszeit ist es ein Spaziergang, nun, unter diesen Bedingungen ist es lebensgefährlich. Mir wird klar, dass es hier nicht weitergeht und Umkehren die einzig richtige Entscheidung ist. Wir wissen nicht ob es einen ausgetretenen Weg ab Thorung Phedi über den Pass gibt und wie die Schneeverhältnisse weiter oben, auf über 5000m sind. Selbst wenn es einen Weg geben sollte, bleibt die latente Lawinengefahr, vor allem auf dem Abstieg nach Muktinath, dort, wo erst vor zwei Monaten viele Menschen umgekommen sind. Mitte Oktober hat sich am Thorung La Pass die größte Katastrophe in der Geschichte des Himalaya-Trekkings zugetragen, als etliche Trekker von einem Schneesturm überrascht wurden, sich verirrt haben, von Lawinen verschüttet wurden und erfroren sind.

Gyum und ich kehren an der Hängebrücke um, John will noch ein Stück weitergehen auf der anderen Flussseite. Während des Abstiegs kann ich nur an unsere Entscheidung denken. Leichte Zweifel kommen immer wieder auf, ich gebe ihnen eine faire Chance. Hätte ich nicht noch ein wenig weitergehen können? Was, wenn der Trail hinter Thorung Phedi in gutem Zustand ist? Nein, ich kann es drehen und wenden wie ich will, die Gefahren lassen sich nicht leugnen. Je mehr ich drüber nachdenke, desto glücklicher werde ich mit der Entscheidung, desto unumstößlicher erscheint sie. Ich frage mich, wie es John ergeht, ob er es durchzieht oder ebenfalls umkehren wird.

Wir rasten in Letdar und trinken einen Tee. Ich lege mich mit dem Wirt der Teestube an, es ist beinahe als wolle er uns provozieren. Immer wieder erzählt er uns ungefragt, dass eine Überquerung des Passes kein Problem sei und fragt, warum wir denn umkehren würden. Es ist traurig, dass die Leute hier aus einer Tragödie wie vor zwei Monaten rein gar nichts gelernt haben. Die Menschen fürchten um ihr Geschäft, sie versuchen den Pass positiv zu “vermarkten”, spielen die Gefahren herunter, um weiterhin Trekker in ihren Lodges empfangen zu können. Durch den Bau der Straße in der Region sind die Besucherzahlen des Annapurna Circuit eh schon rückläufig, die Locals wollen nicht noch mehr Touristen verlieren. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnte ich es gelassener sehen, aber ich glaube, genau diese Haltung und Einstellung mancher Einheimischer ist mitverantwortlich für den Tod vieler Menschen im Oktober. Tode, die so einfach zu vermeiden gewesen wären.

Gyum und ich haben einigermaßen Frieden gemacht mit unserer Entscheidung, trinken schnell unseren Tee und gehen weiter. In Yak Kharka treffen wir Bekannte aus Manang, wir berichten von unseren Erlebnissen und tauschen Ansichten und Meinungen aus. Kurze Zeit später trifft auch John ein, Schrecken steht ihm ins Gesicht geschrieben. Er ist hinter der Hängebrücke ein Stück weitergelaufen, nach einer Weile ist aber auch er umgekehrt, er sagt, er habe Angst um sein Leben gehabt. Wir beschließen, die Nacht in Yak Kharka zu bleiben. Auch die anderen Trekker wollen morgen den Rückweg antreten, sie vertrauen unseren Berichten und wollen sich nicht mal selbst überzeugen. Eine gewisse Erleichterung ist spürbar abends, nun da wir Klarheit haben. Die Nacht ist mal wieder kalt und scheint kein Ende zu nehmen. John, Gyum und ich teilen uns ein Zimmer, wir sind alle gesundheitlich angeschlagen und halten uns den Großteil der Nacht mit unserem Gehuste gegenseitig wach.

Eines ist an diesem bewegten Tag ein wenig untergegangen: die Schönheit der Landschaft, die uns umgibt, in der wir uns bewegen; die leuchtenden Siebentausender des Annapurna Himal.

Annapurna

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