Alpengeschichten

“Ach wie du ausholst, Vogel, nach deinem Herzen. Wer darf hoffen, daß Innres so entspränge aus ihm”
Rilke

 

Ein bisschen Alpen diesen Sommer. Das Breithorn mit Lodi, mit dem Alpenverein im Mont-Blanc-Gebiet.

Breithorn

Von Zermatt nehmen Lodi und ich die erste Gondel aufs Klein Matterhorn (3800m). Oben machen wir uns fertig, seilen uns an und laufen ein Stück an der Skipiste entlang bis zur ersten Biwakhütte. Unten im Tal schien das Wetter noch recht vielversprechend, doch hier oben herrschen nun Schneesturm und Whiteout, wir können keine 5 Meter weit sehen. Bei diesen Bedingungen macht es keinen Sinn und so laufen wir zurück zur Gondelstation, um uns im Cafe dort aufzuwärmen und auf bessere Bedingungen zu warten.

Nach 2 Stunden wird es etwas heller und wir starten erneut. Wir überqueren das Schneeplateau zwischen Klein Matterhorn und Breithorn, um zum Gipfelaufbau des Breithorns zu gelangen. Es ist kalt und der Wind pfeift unnachgiebig um die Ohren, aber immerhin hat es sich ein wenig aufgeklärt.

Schließlich beginnen wir den Aufstieg von ca. 300 Höhenmetern zum Westgipfel (4164m). Das Breithorn gilt als einer der leichtesten Viertausender der Alpen und wird oft bestiegen, heute sind jedoch nur wenige Leute aufgrund der nicht ganz optimalen Bedingungen auf dem Berg unterwegs.

Lodi geht voraus bis kurz vorm Gipfel, dann tauschen wir Positionen, er lässt mich das letzte Stück vorgehen. Ein toller Moment, als ich den ausgesetzten Gipfelgrat betrete und durch dünne Wolkenschwaden auf die andere Seite Richtung Norden und tief ins Tal nach Zermatt blicken kann. Es ist nicht sehr gemütlich auf dem Gipfel, heftige Windböen fegen über den Bergkamm:

Kurz beglückwünschen wir uns zu unserem ersten Alpen-Viertausender, schießen ein paar Fotos, dann steigen wir wieder ab. Wir folgen unseren Spuren im Schnee den Hang herunter und zurück über das Plateau zur Gondelstation am Klein Matterhorn. Während des Abstiegs wird oft pausiert, wir genießen herrliche Fernsichten Richtung Süden auf italienische Berge und Täler.

Die letzte Gondel zurück ins Tal um 16 Uhr verpassen wir leider knapp, nun bleibt uns nur noch der heftige Abstieg über 2000 Höhenmeter zu Fuß hinunter ins Tal. Wir laufen zunächst über ein paar Skipisten, dann über Geröll- und Schneefelder, bis wir auf den Wanderweg ins Tal stoßen. Die Beine sind schwer wie Blei, Füße und Knie brennen, wir sind am Ende, als wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit Zermatt erreichen.


Aiguille du Tour

Mit dem Alpenverein bin ich im französischen Teil der Alpen, in der Nähe des Mont Blanc. Um kurz nach vier klingeln die Wecker, wir frühstücken und machen uns fertig für die Aiguille du Tour (3540m). Durch die Dämmerung steigen wir hoch zum Col Supérieur du Tour und vorbei an der Aig. Purtscheller, bis wir die felsige Gipfelpyramide des Südgipfels der Aig. du Tour erreichen.

Über große Granitblöcke klettern wir zum Gipfel, hin und wieder sichern wir uns mit Bandschlingen am Fels. Auf dem Gipfel genießen wir die tolle Sicht bei bestem Wetter, etliche Berge um uns herum ragen bis zum Horizont aus einer Wolkendecke in den Himmel.

Im Westen sehen wir u.a. Matterhorn und Grand Combin, im Süden nicht weit entfernt von uns die Aig. du Chardonnet, die Aig. Verte mit den beiden berüchtigten Drus-Pfeilern und die Berge der Mont-Blanc-Gruppe dahinter.

Wir sind spät dran, als wir absteigen. Der Schnee ist schon ziemlich weich, vor allem die Schneebrücke über den Bergschrund überqueren wir mit einem flauen Gefühl, zum Glück hält der Schnee. Schnell sind wir wieder am Col und über den Gletscher, am frühen Nachmittag erreichen wir unsere Hütte.

 

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